SPD Mehring im Landkreis Altötting

ANA 23.10.10: Seit 100 Jahren lässt die SPD ihre Flamme lodern

Veröffentlicht am 23.10.2010 in Ortsverein

Ortsverein feierte 100-jähriges Bestehen - Landesvorsitzender Florian Pronold lobt konzentrierte Arbeit - Brot, Wein und Torte

Burghausen. „Einem 100-jährigen widerspricht man nicht“, antwortete CSU-Stadtrat Klaus Straußberger im Rahmen der SPD-Jubiläums-Frageaktion - und zum Widersprechen gab es auch keinen Anlass am Jubiläumsabend, an dem die Burghauser Sozialdemokraten sich, ihre Tradition und ihre Erfolge feierten. Landesvorsitzende MdB Florian Pronold stellte als Festredner das Selbstverständnis der Partei im historischen Kontext dar.
Ein wenig Symbolik durfte vorab nicht fehlen. So lagen auf den Tischen im Bürgersaal Butterbrote bereit, die, wie aus der Begrüßungsrede des Ortsvorsitzenden Franz Kammhuber hervorging, an das „harte Brot des Arbeiters“ in früheren Jahren erinnern sollten. Auch der Intendant des Theaters an der Rott, Mario Eick, vermittelte Nostalgisches: Er sang mit heiligem Zorn Lieder aus der Pionierzeit der Arbeiterbewegung und führte die Besucher damit zurück zu den Wurzeln der Sozialdemokratie. Nicht zögerlich umrahmte die Bläsergruppe
„N‘aschling Brass“ die Reden und die Feier im Anschluss.
Peter Jungblut, Journalist beim Bayerischen Rundfunk, ehemaliger Burghauser Juso-Vorsitzender, zitierte mehrere Teilnehmer der Jubiläums-Frageaktion. Manch interessante Fortsetzung des Satzes „Die SPD ist für mich...“ hatten insgesamt 100 prominente und nicht prominente Bürger aus allen Schichten beigesteuert.
Historische Aspekte enthielt das Grußwort Bürgermeister Hans Steindls. Das Eintreten des Sozialdemokraten Otto Wels 1933 im Reichstag gegen Hitlers Ermächtigungsgesetz (Zitat: „Ihr könnt uns die Freiheit und das Leben nehmen, aber unsere Ehre könnt ihr uns nicht nehmen“) war für ihn das Schlüsselerlebnis. Für ihn, so Steindl, sei es immer faszinierend gewesen, für etwas zu kämpfen. Faszination habe auch Ministerpräsident Wilhelm Hoegner auf ihn ausgeübt. In der von diesem maßgeblich mitgestalteten bayerischen Verfassung sei die Sozialpflichtigkeit des Eigentums und der freie Zugang des Bürgers zu den Naturschönheiten festgeschrieben. Auch andere Entscheidungen wie die Ostpolitik Willi Brandts, die Bildungsgerechtigkeit oder die Weigerung Gerhard Schröders, am Irakkrieg teilzunehmen, hätten die Gewissheit gestärkt, auf der richtigen Seite zu stehen.
Steindl würdigte im Rückblick lokale SPD-Größen und Mitstreiter wie Bürgermeister Georg Schenk, Landrat Seban Dönhuber, Otto Frühmorgen, Sepp Kellndorfer. Die Partei sei einem ständigen Wechselbad der Gefühle ausgesetzt - zwischen Hoffen und Bangen, Niedergeschlagenheit und Euphorie, Wählerschelte und Wählerzustimmung, Aufbruchstimmung und Zweifel - das alles in einem Kessel, unter dem eine Flamme lodert, die am Leben erhalten werden müsse. Für die Burghauser SPD sei 1990 nach 24 Jahren CSU-Mehrheit ein Traum wahr geworden, der sich in weiteren Zielen fortsetze: „Wir haben die Vision, dass das Kinderlachen überwiegt. Und wir wollen eine Stadt haben, in der sich alte Menschen wohl fühlen, eine Stadt, die wirtschaftlich weiter prosperiert, ohne dass wir dafür unsere Naturlandschaft aufgeben zu müssen. Wir wollen ausländische Mitbürger offen empfangen und uns um sie kümmern; wir brauchen sie nicht nur, sie sind uns willkommen.“
Der oberbayerische SPD-Bezirksvorsitzende Ewald Schurer sah in Burghausen, einer lebendigen Stadt mit hoher Wertschöpfung und einer SPD-Mehrheit, ein sozialdemokratisches Ideal verwirklicht. Schurer nutzte die Gelegenheit, seiner Forderung nach der Einhaltung versprochener Infrastrukturmaßnahmen Nachdruck zu verleihen.
Den Ehrenamtlichen, die ihre Freizeit opfern, dankte Landesvorsitzender Florian Pronold. Ohne sie wäre diese Gesellschaft ärmer. Pronold lobte die konzentrierte Arbeit vor Ort: Der Erfolg der Burghauser SPD sei nicht durch Zufall entstanden. „Wenn wir so konzentriert arbeiten wie ihr seit Jahrzehnten, dann kommt eines Tages der Sieg der Sozialdemokraten in Bayern“, prophezeite er.
Eine gerechte Bildungspolitik, die sich nicht nach dem Geldbeutel der Eltern orientiert, Mindestlöhne („Hungerlöhne kann sich dieses Land nicht leisten“) und die Stärkung und Schaffung sozialer Sicherungssysteme waren drei wesentliche Kernpunkte, die Pronold ansprach. An Beispielen machte er deutlich, dass sich weit vorausschauende Entscheidungen und Durchhaltevermögen lohnen. Die Forderung der SPD, das Frauenwahlrecht einzuführen - so 1919 geschehen - habe sich 1994 ausgezahlt. Seither wählten mehr Frauen als Männer in Bayern die SPD. Die SPD, so meinte an anderer Stelle Peter Jungblut, habe immer an der Spitze des Fortschritts gestanden, auch wenn er noch nicht mehrheitsfähig war.
Zu den unzerstörbaren Idealen gehört laut Florian Pronold die Idee von der gerechten Gesellschaft. Eine Verpflichtung, für Freiheit und Demokratie einzutreten, erstehe aus den Opfern, die die Vorfahren dafür erbracht haben. Es sei die Aufgabe der heutigen jüngeren Generationen, demokratiefeindlichen rechtsradikalen Auswüchsen Einhalt zu gebieten.
Lob und Gruß überbrachte Pronold von Dr. Hans-Jochen Vogel, den er vormittags getroffen hatte: Die Jubiläums-Festschrift der Burghauser SPD sei die beste unter tausenden von Festschriften, die er je in der Hand gehalten habe.
Mit einem Lichtbilder- und Videovortrag rollte Ortsvorsitzender Franz Kammhuber die Burghauser SPD-Geschichte und zugleich die Ortsgeschichte auf und weckte dabei so manche Erinnerung. Vom AsF-Kinderkleiderbasar bis zur spektakulären Wahlnacht 1990, die den Umschwung brachte, reichten die Beiträge. In lockerer Atmosphäre ging es draußen im Foyer bei anregenden Gesprächen, einer Geburtstagstorte und Wein der Partnerstädte weiter. Mit dabei waren auch Vertreter anderer Parteien. An diesem Abend schien es keine politischen Gegner zu geben. Wie eingangs vermerkt: „Einem Hundertjährigen widerspricht man nicht.“ - fu

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